In der Politik kann man bei der Partnerwahl mitunter nicht zimperlich sein. Freiwillig hätte kaum ein Regierungschef der EU mit Erdogan einen Flüchtlingsdeal ausgehandelt. Doch vor allem Bundeskanzlerin Merkel drang im Frühjahr auf eine Vereinbarung mit der Türkei, um den Strom illegal einreisender Migranten Richtung Deutschland zu stoppen.
Weil die EU intern nicht mit der Flüchtlingskrise fertig wurde und unfähig war, die Außengrenzen wirksam zu schützen, schien ein Abkommen mit Ankara ein pragmatischer Ausweg zu sein. Mittlerweile mussten die Europäer lernen, dass der Deal selbst ein Problem mit Sprengkraft ist. Denn Ankara nutzt das Instrument, um zu drohen und zu erpressen. Das Klima zwischen der Türkei und der EU ist vergiftet wie seit langem nicht.
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